Schulchronik

Zu Anfang des 19. Jahrhunderts wird in Gablitz ein Lehrer namens Köstelbauer genannt, der als Wanderlehrer in verschiedenen Häusern des Ortes unterrichtet. Sein Nachfolger ist im Jahre 1819 der Lehrer Rudolf Herzog.

Im Jahr 1821 wurde das erste Schulhaus errichtet. Als Schullehrer wirkte dort bis zum Jahre 1858 Jakob Herzog.

Da die Kinderzahl stets zunahm, errichtete die Gemeinde Gablitz im Jahre 1894 ein neues Schulhaus. Das damalige einstöckige Gebäude enthielt vier Lehrzimmer, ein Konferenzzimmer, ein Zimmer zum Aufenthalt für die auswärtigen Schüler in der Mittagszeit; die Oberlehrerwohnung, ein Kabinett für den Unterlehrer und ein Zimmer für den Schuldiener.

1909 musste es durch einen Zubau vergrößert werden, da die Kinderzahl auf 290 gestiegen war. Dieses Gebäude ist in seiner baulichen Form bis heute erhalten geblieben. Es wurde im Laufe der Jahre mehrmals renoviert. Seit dem Zubau einer angeschlossenen Turnhalle im Jahre 1983, die auch als Mehrzweckhalle verwendet werden kann, wurde die Schule nach dem Philosophen FERDINAND EBNER, der in Gablitz lebte und in unserer Schule unterrichtete, benannt. Bei der Renovierung des Schulhauses 1984 wurde die ursprüngliche Außenfassade wiederhergestellt.

Ferdinand Ebner

Ferdinand Ebner (* 31. Januar 1882 in Wiener Neustadt; † 17. Oktober 1931 in Gablitz) war ein Volksschullehrer und zählt zu den bedeutendsten österreichischen Denkern des
20. Jahrhunderts.

Er wird zusammen mit Martin Buber und Franz Rosenzweig zu den herausragendsten Vertretern des dialogischen Denkens gerechnet.

Ebners Philosophie ist an der Ich-Du-Beziehung orientiert und bereitet den christlichen Existenzialismus Gabriel Marcels vor. Ausgehend von der Einheit von Ich und Du im Wort entwickelte Ebner eine religiös fundierte Sprachphilosophie.

Ferdinand Ebner, „die ergreifendste Denkergestalt”, „die österreich in seinem erschütterten Bestand zwischen zwei Weltkriegen hervorgebracht hat” (Ludwig von Ficker).